Beim Schlaganfall ist die Zeit alles entscheidend

Auf dem 6. Gesundheitssymposium am 13. Juli 2016 teilten erneut Fachleute ihr Wissen mit unseren Mitgliedern und Gästen. Wir hatten den Nachmittag im Sparkassensaal Hoyerswerda unter das Motto gestellt: „Schlaganfall – zurück ins Leben nach dem Hirnschlag“. Etwa 250 Gäste waren dabei.

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Der Neurologe Frank Rost während seines Vortrages.

Arztvortrag aus der neuen Neurologie

Oberarzt Frank Rost von der gerade eröffneten Neurologie am Lausitzer Seenland Klinikum stellte in seinem Vortrag den Faktor Zeit in den Mittelpunkt und zeigte eindrucksvoll, wie sehr eine richtige Diagnose und schnelle Behandlung darüber entscheiden, ob und wie ein Mensch nach einem Schlaganfall zurück ins Leben findet. Sein Appell: Bei Verdacht auf einen Hirnschlag sofort eine ärztliche Behandlung suchen, denn in den ersten viereinhalb Stunden ist die Chance sehr groß, dass die häufigste Ursache – die Verstopfung von Blutgefäßen im Gehirn – mit Medikamenten beseitigt und bleibende Schäden vermieden werden können.

Während des Arztvortrages

Während des Arztvortrages

Während die akute Behandlung sehr schnell gehen muss, dauert die anschließende Therapie oft sehr lange. Auch Monate nach einem Schlaganfall treten bei Patienten Verbesserungen ein, übernehmen eventuell andere Hirnregionen die Funktion von schlimmstenfalls abgestorbenen Teilen. Im Vortrag und im Interview bezeichnete Oberarzt Rost sportliche Bewegung als besonders wichtig. Im Rehasport bei der FSG Medizin trainieren Patienten nach Schlaganfall. Sie können nach Ansicht des Experten mit mehr Bewegung aber das Schlaganfall-Risiko reduzieren, denn Übergewicht oder Diabetes Typ 2 sind typische Risikofaktoren.

Eindrücke vom Gesundheitssymposium

In weiteren Vorträgen und auf der Gesundheitsmesse ging es um Selbsthilfe, alternative Therapieformen und die rechtliche Absicherung für Patienten und Angehörige. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Lausitzer Seenland Stiftung und die großartige ehrenamtliche Unterstützung durch Mitglieder des Vereins wurde auch diese 6. Veranstaltung unserer Sommerreihe ein voller Erfolg.

Alternative tiergestützte Therapie

Cornelia Schnippa von „Lausitz Leben“ aus Tätzschwitz war schon 2015 beim Thema Demenz mit ihren Alpakas zu Gast. In diesem Jahr hielt sie einen Vortrag über die alternative tiergestützte Therapie und welche Erfahrung Patienten machen, wenn Tiere ihre Genesung beschleunigen. Trotz teilweise dramatischer Verbesserungen gerade bei Veränderungenim Gehirn, wie sie durch einen Schlaganfall oder eine Demenz auftreten, hilft der Umgang mit Tieren den betroffenen Menschen sehr. Leider werden langfristige tiergestützte Therapien noch nicht von den Krankenkassen übernommen. Besuchen können Sie Frau Schnippas Tiere jederzeit auf ihrer Farm mitten im Lausitzer Seenland.

Therapeutin Corneila Schnippa

Therapeutin Corneila Schnippa

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Schließlich informierte Rechtsanwalt Felix Döhl von der Hoyerswerdaer Kanzlei Döhl und Kollegen über die rechtliche Vorsorge, die jeder für sich selbst und im Interesse seiner Angehörigen leisten sollte. Die Patientenverfügung regelt dabei die Auswahl oder den Ausschluss von Behandlungsmethoden, insbesondere die Frage der lebenserhaltenden Maßnahmen. Gerade bei einem Schlaganfall kann der Fall eintreten, dass Patienten dauerhaft oder vorübergehend private oder geschäftliche Entscheidungen nicht mehr selbst treffen können. Mit der sogenannten Vorsorgevollmacht wird geklärt, wer in diesem Fall wichtige Verfügungen treffen kann. Außerdem, so Felix Döhl in seinem Vortrag, ist in einer solchen Situation das Vormundschaftsgericht immer beteiligt, nicht zuletzt um das Vermögen des Patienten zu schützen.

Rechtsanwalt Felix Döhl während seines Vortrages

Rechtsanwalt Felix Döhl während seines Vortrages

Das nächste Gesundheitssymposium planen wir für die Sommerferien 2017. Wir freuen uns über Anregungen zu den nächsten Themen.

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