Großes Interesse für das Thema Demenz

Zum 5. Gesundheitssymposium am 29. Juli 2015 kamen fast 300 Zuhörer in den Sparkassensaal Hoyerswerda. In Vorträgen und Diskussionen ging es um das Thema „Demenz – wenn das Ich verwischt“. Den Arztvortrag hielt in diesem Jahr Dr. Jan Lange von der Gedächtnissprechstunde der Universitätsklinik Dresden.

20150729-IMG_6757_LQ

5. Gesundheitssymposium der FSG Medizin Hoyerswerda

Die Teilnehmer konnten erfahren, wie Altersdemenzen diagnostiziert, behandelt und vor allem, wie man ihnen vorbeugen kann. Sport und Bewegung sind dabei ebenso wichtig wie eine gesunde Ernährung. Dr. Jan Lange empfiehlt, das Gehirn herauszufordern. Tanzen ist besonders gut. Als hätten wir uns abgesprochen, hatte das Tanzpaar Ina & Gunter Reichel vom Tanzsportcenter Hoyerswerda das Gesundheitssymposium mit einer Einführung in den Turniertanz eröffnet.

Stargäste der Gesundheitsmesse waren Titus und Robin, zwei Alpaka-Hengste, mit denen Cornelia Schnippa aus Tätzschwitz regelmäßig in Pflegeheimen und Hospizen zu Gast ist. Die Tiere werden in der Demenz-Therapie immer beliebter.

Eine Bildergalerie finden Sie weiter unten.

Wir bedanken uns für das großartige Interesse, für die Zusammenarbeit mit der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und der Universitätsklinik Dresden und bei allen anderen Partnern, die zum Gelingen der Jubiläumsveranstaltung beigetragen haben.

3 Fragen an Dr. Jan Lange

Ist Sport das Mittel gegen Demenz?

Ich glaube, es gibt nicht das eine Mittel. Sie als Sportverein sind auf jeden Fall ein wichtiges Werkzeug in der Werkzeugkiste, die man haben kann. Ich rate allen Patienten, die zu uns in die Gedächtnissprechstunde kommen, zu regelmäßiger körperlicher Aktivität und zu einer ganz regen geistigen Aktivität. Sie sollte immer eine Herausforderung darstellen. Es gibt Risikofaktoren, die jeder möglichst gering halten sollte: Bluthochdruck, Blutfettwerte, Blutzucker. Durch Sport kann man bekanntermaßen genau an diesen Stellschrauben drehen und so das Demenzrisiko deutlich reduzieren.

20150729-IMG_6909_LQ

Vereinsvorsitzende Anke Stefaniak und Dr. Jan Lange im Gespräch.

Wie unterscheiden Sie zwischen einer vorübergehenden Vergesslichkeit und Demenz?

Es gibt einen Graubereich, in dem wir nicht sagen können, ob es sich um ein frühes Symptom einer beginnenden Demenzerkrankung handelt. Oder handelt es sich um einen Aussetzer, der situativ bedingt ist, weil ich mal einen stressigen Tag habe oder zu wenig getrunken oder schlecht geschlafen habe. Es gibt kein Kernsymptom, an dem sich eine Demenz festmachen ließe. Eine echte Demenzdiagnose enthält vor allem die alltagspraktischen Einschränkungen. Es geht also darum, dass wesentliche, alltagsrelevante Dinge nicht mehr funktionieren. Wenn ich zum Beispiel die Bankgeschäfte durch meine Kinder machen lassen muss, weil ich sie selbst nicht mehr verstehe. Wenn diese Einschränkungen längere Zeit bestehen, dann deutet das stark auf eine Demenz hin. Ob sie behandelbar ist, zum Beispiel durch Medikamente, ist damit noch nicht gesagt. Wir brauchen in der Diagnose sehr viel mehr Informationen, die wir auch mit Hilfe der Angehörigen sammeln.

Gibt es Forschungen dazu, welche Art von Bewegung günstig ist? 

Es gibt ganz hervorragende Forschungsergebnisse mit einer sehr großen Zahl von Menschen, die langfristig untersucht und verglichen worden sind. Die sagen ganz eindeutig: Wer sich im Alltag regelmäßig bewegt, hat im Alter ein geringeres Risiko für Gedächtnisstörungen und Demenzen. Sportliche Aktivität muss kein Leistungssport sein. Jede Art von Bewegung zählt. Es gibt Programme wie „10.000 Schritte“, mit denen Sie einer Diabetes davon laufen können und genau das selbe gilt auch für eine Demenz. Sie können mit Bewegung ihr persönliches Risikoprofil stark verbessern. In meinem Vortrag habe ich Tanzen genannt und obwohl wir uns dazu nicht abgesprochen haben, war das heute auch Ihr Eröffnungsbeitrag zum Gesundheitssymposium.

Kommentar verfassen